Top 5: SNES Spiele

Platz 5: Street Fighter 2 Turbo: Hyper Fighting
Von
den vielen Kampfspielen auf dem SNES war mir Street Fighter immer am liebsten, vermutlich aber auch, weil es mein erstes war. Konzept: leichte, mittelstarke und starke Schläge und Tritte so mit Richtungstasten zu kombinieren, dass coole Moves entstehen (oder wie ich als Kind: alle Knöpfe dauervergewaltigen bis ich Blasen an den Fingern habe). Was macht mehr Spaß, als seine Freunde zu verprügeln?

 

Platz 4: Super Mario All-Stars (+ Super Mario World 1 & 2)
Hinter diesem Titel verbergen sich zahlreiche Mario Spiele. Die Serie ist ein absoluter Klassiker und das Spielprinzip berühmt. Es gibt viele abwechslungsreiche Level, die sehr frustrierend sein können. Dafür gibt es aber auch kaum ein besseres Gefühl, als ein Level irgendwann zu beherrschen und mit viel Schweiß in Rekordgeschwindigkeit zu durchhüpfen.

 

Platz 3: Teenage Mutant Ninja Turtles IV: Turtles in Time
Zehn Stages mit ihren eigenen Endgegnern, alles der Zeichentrickserie entnommen und liebevoll umgesetzt. Im Koop ist es eine große Freude, sich durch Gegnerhorden zu prügeln und zu versuchen, die höhere Punktzahl zu erreichen. Auf der höchsten Schwierigkeitsstufe eine echt Herausforderung, aber durchaus zu schaffen und in jedem Fall spannend.

 

Platz 2: International Superstar Soccer Deluxe
Der wohl unbekannteste Titel in diesen Top5 ist meiner Meinung nach zu Unrecht ein Underdog. Mit zahlreichen Teams aus der WM von 1850 (oder so), die aber allesamt leicht veränderte Namen haben, weil die Entwickler anscheinend keine Rechte kaufen wollten, spielt man hier entweder alleine oder zu zweit gegen den Computer oder gegeneinander. Gefürchtet ist Brasiliens Topstürmer Allejo…manche sagen, er springt bis zum heutigen Tag über Blutgrätschen…

 

Platz 1: Super Mario Kart
Das Rennspiel ist ein zeitloser Klassiker. Eine sehr responsive Steuerung in Kombination mit leicht zu erlernenden, aber schwer zu meisternden Mechanics sorgt für nahezu unbegrenzten Spielspaß, entweder beim Versuch, alleine neue Streckenrekorde aufzustellen oder gegen Computer in immer anspruchsvoller und schneller werdenden Cups zu bestehen. Auch der VS Modus macht Spaß. Im Gegensatz zu Nachfolgerteilen werden hier Computer nicht langsamer oder schneller abhängig von der eigenen Position. Es gibt auch keine blauen Panzer. Hierdurch wird der erste Mario Kart Teil gleichzeitig zum kompetitiv brauchbarsten.

 

Falls du jetzt Lust auf das Super Nintendo Entertainment System bekommen hast, empfehle ich zum schnellen Start den SNES9x Emulator. Die ROMs, die ihr zum Spielen benötigt, dürft ihr, falls ihr sie bei Google findet, natürlich nur herunterladen, wenn ihr das Spiel auch besitzt.

Musikvorstellung: Kokomo

Nein, es geht nicht um den von den Beach Boys besungenen idyllischen Ort vor der Küste Floridas, wobei man auch in den Werken der Duisburger Band Kokomo eine Spur Eskapismus vermuten kann. Mit für Post-Rock typischen alternativen bzw. progressiven Klängen kreiert die linksgrünversiffte Band atmosphärische Lieder, die oft ohne Gesang auskommen. Ich kann eigentlich alle Alben uneingeschränkt empfehlen; unter obigem Link kann man sie – teils kostenlos – runterladen. Exemplarisch verlinke ich hier ihr letztes Album von 2016, beginnend bei der namensgebenden Single.

Im Juni spielt Kokomo übrigens ein ganz besonderes Konzert: unter dem Titel “Beauty in Simplicity” spielt die Band in ihrer Heimatstadt ein Konzert, bei dem sie Stücke von Künstlern wie Philip Glass oder Moderat interpretiert gemeinsam mit dem Streichquartett der Philharmoniker und Klavier.

Vokabular in Nachrichten

Clicks regieren die Welt. Clicks bedeuten mehr Einnahmemöglichkeiten durch Werbung. Und Clicks bekommt man, indem man die Aufmerksamkeit eines Menschen erregt (oder Bots kauft). Binnen weniger Sekunden entscheidet ein Mensch, ob er seine Aufmerksamkeit auf etwas richten will oder nicht. So werden Überschriften immer wichtiger als Inhalte. Außerdem nehmen die Printmedien so wenig ein wie noch nie und müssen daher vielleicht auch an der Qualität der Berichterstattung sparen. Oft werden kurze Meldungen blind von zig Portalen übernommen, ohne diese zu überprüfen oder genauer zu recherchieren. Das könnten die Hauptgründe sein, weswegen mediale Berichterstattung so unsensibel und ungenau bei ihrer Wortwahl geworden ist. Man mag sich jetzt fragen: “Ist es denn so wichtig, immer genau die richtigen Worte zu finden?” Nein, nicht immer, aber manchmal eben schon. Die folgenden vier Beispiele sind mir spontan eingefallen:
‘Trolle haben versucht, die Bundestagswahl zu beeinflussen.’ – diese Überschrift habe ich neulich gelesen. Hier geht es um gezielte politische Einflussnahme über das Veröffentlichen bestimmter meinungsbildender Inhalte auf einer breiten Öffentlichkeit zugänglichen Plattformen. Denkbar wäre ein Post auf Facebook, der Flüchtlinge in ein negatives Licht rückt und durch Likes von Fake Accounts auf den Seiten vieler Nutzer angezeigt wird. Oder gezieltes Verbreiten von Falschmeldungen über Twitter Accounts, die dann ebenfalls von teils wirkliche bestehenden und teils fiktiven Personen geteilt werden. Ein “Troll” ist aber jemand, der erstens wirklich existiert und höchstens eine falsche Identität annimmt, der durch seine Beiträge bewusst versucht, andere hinters Licht zu führen oder antisozial zu sein, um eine Provokation hervorzurufen. Vereinfacht: “Ein Mensch, der sich freut, wenn er andere verarschen kann”. Die politisch motivierte und lange Zeit unbemerkte großflächige Meinungsmanipulation durch andere Nationen als “Troll” zu verharmlosen halte ich für ziemlich gefährlich. In großen Teilen der Bevölkerung besteht sowieso keine Aufklärung über die Möglichkeiten und Gefahren des Internets, da ist es umso schlimmer, wenn man nicht mal bei seiner Wortwahl differenziert genug ist, um eine Aufklärung zu ermöglichen.
‘Fake News’ – kein Neologismus, aber ein in seiner Bedeutung neu erfundenes Wortpaar. Donald Trump benutzt es, um Berichterstattungen, die ihm nicht gefallen, als “gefälscht” bzw. einfach falsch zu bezeichnen. Dabei bezeichnet der Begriff mehr als nur eine Falschmeldung, die zufällig getätigt werden kann, und unterstellt eine bewusst fehlerhafte Nachricht. Und sämtliche Berichterstatter übernehmen das: jedes Mal, wenn etwas – absichtlich oder nicht – falsch gemeldet wird, benutzt man auf einmal die Sprache eines vermutlich nicht sehr schlauen, narzisstischen Mannes, der die Kredibilität eines Mediums davon abhängig macht, wie wohlgesonnen es ihm ist. Dabei bietet unsere Sprache vielfältige Möglichkeiten zu differenzieren. Überhaupt deutsche Wörter zu benutzen, die ohne Trumps Neubedeutungszumessung auskämen, wäre ein großer Fortschritt.
‘Cyber’ – was ist dieses “cyber”? Richtig, damit sind einfach Dinge gemeint, die sich auf das Internet beziehen. Cyberkriminalität oder Cyberangriffe klingen natürlich viel cooler, aber verschleiern letztendlich auch nur das, was tatsächlich passiert ist. Cyberkriminalität ist meistens so etwas wie ein Scam, also z. B. wenn eine Website vortäuscht, ein bekannter Onlineshop zu sein, um an Nutzerdaten zu gelangen, oder Drogenhandel über das sogenannte “Darkweb”, welches einfach ein Netzwerk im Internet ist, zu dem man sich mit einem frei zugänglichen Programm verbinden kann. Ein Cyberangriff ist üblicherweise das vielfache Aufrufen einer Seite, um diese zu überlasten und so lahmzulegen oder der Versuch, über Sicherheitslücken Zugriff auf gefährdete Systeme zu bekommen.
‘Der sogenannte Islamische Staat’ – “sogenannt” weil die Terrororganisation IS überhaupt nichts damit zu tun hat, ein Staat zu sein. Viel gefährlicher noch weicht der Begriff die Grenze zwischen Islam und Islamismus auf. Das Wörtchen “sogenannte” vergisst der Kopf schnell, was hängen bleibt ist die Assoziation zwischen brutalen Anschlägen und großem Leid und dem Wort “Islamische”. Dabei finden die meisten Muslime es ganz schön scheiße, was der IS so treibt. Es würde vollkommen reichen, wenn man in den Medien von der “islamistischen Terrorgruppe IS” sprechen würde. Indem man die “Sprache” solcher Menschen übernimmt, unterstützt man sie ungewollt leider.
Ich lasse mir hier gerne Korinthenkackerei vorwerfen, aber achtet mal drauf und überlegt euch, ob es bei Millionen von Lesern/Zuschauern/-hörern nicht doch einen Unterschied machen würde, wenn Berichterstatter ihre Worte genauer wählen würde.

Top 5: 90er/00er Serien Intros

Platz 5: Power Rangers
Die womöglich beste Abfolge von fünf Tönen für eine E-Gitarre lässt auch Erinnerungen an das gute alte SNES Spiel aufkommen. Go go Power Rangers! *dü dih düh dü du*

 

Platz 4: Als die Tiere den Wald verließen
Vermutlich mein erster (positiver) Kontakt mit klassischer Musik. Falls ihr Kinder habt oder plant, lasst sie diese Serie sehen. Sie ist zwar ziemlich brutal, aber deckt ein weites Gefühlsspektrum ab und übt regelmäßig Kritik an der Zerstörung der Natur durch den Menschen.

 

Platz 3: Mega Man
Wer Angst vor harten Drogen hat, aber immer schon mal wissen wollte, wie sich Extacy während eines epileptischen Anfalls anfühlt, dem sei dieses Intro ans Herz gelegt.

 

Platz 2: Digimon Adventure 2
Hat sich knapp gegen das erste Digimon Theme (“Leb’ deinen Traum”) durchgesetzt, aber ergreift mich heute noch wie damals. Ich werde da sein wenn du mich brauchst!

 

Platz 1: Mystic Knights
Die schlechteste CGI einer Serie kombiniert mit Schauspielern, bei denen man sich fragt, ob nicht jegliche Art der Bezahlung eine Überbezahlung dargestellt hätte. Wer aber so selbstbewusst und stilsicher ist, die Kelly Family sein Intro singen zu lassen, der kann nur mit Erfolg belohnt werden.

 

Honorary Mentions:
Bob Morane
Chip & Chap
Digimon Adventure 1
Doug
Dragonball
Duck Tales
Es war einmal der Mensch
Gargoyles
Hanni & Nanni
Mila Superstar
Nils Holgersson
Sailor Moon
Sissi
Wo steckt Carmen Sandiego?

NRW schafft Sozialticket ab

Für diejenigen, die nicht wissen, was das Sozialticket in NRW ist: es ist ein staatlich gefördertes Ticket, das alle Menschen, die auf staatliche Unterstützung wie z. B. ALG II oder Sozialhilfe angewiesen sind, kaufen können. Es kostet knapp 40€ [1] pro Monat und erlaubt die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs in einem kleinen Geltungsbereich [2]. Freitag bis Sonntag darf man sogar drei Kinder mitnehmen.
Wer eine asoziale Regierung wählt, bekommt auch eine asoziale Politik. Ohne eine Alternative in Aussicht zu stellen, will die schwarz-gelbe Landesregierung dem mit 40 Millionen unterstützte Ticket immer weniger Mittel zukommen lassen, um es dann 2020 ganz abzuschaffen. Als ich das diese Woche erfahren habe, konnte ich meinen Ohren erst nicht trauen. Von den zwei Millionen Menschen, die das Ticket theoretisch nutzen könnten, tun das zwar nur 300000, aber für die (und potenzielle zukünftige Nutzer) bedeutet das eine erheblich eingeschränkte Mobilität. Es ist schlimm genug, keine Arbeit zu haben und mit ALG leben zu müssen, aber stellt euch mal vor, wie das wäre, wenn eure einzige Fortbewegungsmethode per pedes [3] wäre. Niedriger sozialer Status korreliert mit psychischer Erkrankung: Rückzug und Isolierung sind über einen längeren Zeitraum Gift für die Seele, weswegen zu befürchten ist, dass sich die Abschaffung auch negativ auf die psychische Gesundheit der Betroffenen auswirken wird.
Als Argument benannte die Regierung unter anderem, dass es ja ungerecht ist, wenn Geringverdiener, die nur knapp über dem ALG II Satz liegen, das Ticket nicht nutzen könnten. Da ist das Problem natürlich nicht der große Niedriglohnsektor [4], sondern die Tatsache, dass noch Bedürftige ein Bahnticket bekommen. #logic
Man kann nur hoffen, dass die ganzen Proteste gegen die Abschaffung des Sozialtickets zur Folge haben, dass sich die Regierung noch eine Alternative überlegt. Landtagsmitglieder fahren übrigens weiterhin kostenlos.

Nachtrag: Satte sechs Stunden nach der Veröffentlichung dieses Beitrags haben CDU und FDP bekannt gegeben, dass sie ihre Pläne (wegen der starken öffentlichen Empörung) doch nicht umsetzen wollen. Stoques Blog: opinion leader.

Fußnoten:
[1] Der Preis liegt dabei deutlich über dem in Hartz 4 vorgesehenen ~25€ für Verkehr; man muss also von woanders Geld abzwacken.
[2] Üblicherweise einer Wabe, Preisstufe A.
[3] Hihi, das klingt wie Penis.
[4] …der nur dazu dient, die Arbeitslosenstatistik zu schönen…

Der Gin & Tonic Podcast

Ich betreibe neben diesem Blog noch einen Podcast mit einem Freund. “Podcast” ist ein großes Wort, eigentlich reden wir einfach miteinander. Der einzige Unterschied zu einem normalen Gespräch ist, dass es ein Intro gibt und eben zusätzlich zur NSA auch durch uns selbst aufgezeichnet wird. Thematisch orientieren wir uns an unserem drögen Alltag; in üblichen Podcasterkategorien nennt man das dann “Lifestyle” Podcast. Gerade ist Folge 17 veröffentlicht worden. Also hört selbst:

Gin and Tonic Podcast – https://ginandtonic-podcast.de (Image by Global Jet, CC Licence)

Filme bewerten – letterboxd.com

Ich gucke gerne Filme und habe eine lange Liste von welchen, die ich noch sehen möchte. Ich habe in meinem Kopf aber weder eine Übersicht über die Streifen, die ich schon gesehen habe, noch über die, die ich gerne sehen möchte. Abhilfe schafft da letterboxd.com. Übersichtlich kann man hier Filme bewerten und sich eine Watchlist anlegen. Das Interface ist etwas umständlich gestaltet, aber nach kurzer Zeit findet man sich zurecht. Natürlich gibt es auch eine Social Media Komponente, die es erlaubt, Freunde zu adden und zu sehen, was die so auf der Seite treiben – das kann eine gute Inspiration sein. Die App lässt einen Filme schnell und unkompliziert hinzufügen.
Vorher habe ich meine Filme auf moviepilot.de geloggt. Die Seite und die dazugehörige App finde ich aber im Vergleich zu letterboxd unübersichtlicher, langsamer und optisch weniger ansprechend. Einziger Vorteil von moviepilot wäre, dass man dort auch Serien bewerten kann. Darauf kann ich aber verzichten.
Wer sich jetzt mal angucken will, was mir so gefällt (oder mich direkt als Freund hinzufügenmöchte):
Mein Letterboxd Profil
Mein Moviepilot Profil

Musikvorstellung: Circa Survive

Sowohl musikalisch, als auch gesanglich kreiert die Band Circa Survive einen einzigartigen Sound. Inhaltlich geht es oft um die große Last des Lebens oder damit verbundene Entwicklungen. Der Sänger der Progressive Rock Band schreit dir mit seiner markanten Stimme jedenfalls alles weg, während ihn melodische Riffs begleiten und man oft überrascht ist, wie schnell die Band eine bestimmte Atmosphäre schaffen kann. Mein derzeitiges Lieblingslied:

Lyrics

Eine Empfehlung für jeden, der Bock auf Leid hat. Gerade hat die Band ihr neues Album “The Amulet” herausgebracht. Das ist das erste Lied:

Lyrics

Sichere Passwörter

Immer wieder hört oder liest man von “Hacks”. Dass es dabei oft nur darum geht, dass jemand ein Passwort erraten hat, wird selten erwähnt [1]. Passwörter braucht man ja eigentlich überall. Die sollten natürlich auch sicher sein. Irgendwie hat sich über die Jahre der Mythos verbreitet, man bräuchte komplizierte Kombinationen aus Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben und Sonderzeichen. Dabei kann man sich solche Passwörter nur schwer merken und sie sind nicht besonders sicher, solange sie nicht gleichzeitig lang sind. Denn Programme, die Passwörter erraten, schätzen entweder willkürliche Kombinationen oder arbeiten gewisse Wort- & Kombinationslisten ab. Dabei finden sie auch nicht Zeichen für Zeichen einzeln heraus, sondern schätzen immer wieder neu das gesamte Passwort (denn die Website meldet ja nicht wie bei Mastermind zurück “Die ersten drei Zeichen sind richtig, Buchstabe vier und fünf stehen an einer anderen Stelle und Buchstabe sechs ist falsch”, sondern nur “richtig” oder “falsch”). Es reicht deswegen, eine einfach Wörterkombination zu benutzen.  Das illustriert auch nochmal dieser XKCD Comic:

XKCD: Passwords

Um sich nicht für jede Seite ein neues sicheres Passwort überlegen zu müssen, kann man übrigens ganz einfach Passwortmanager benutzen. Ich empfehle da Keypass 2.

[1] Zuletzt wurde die Seite der australischen AirForce “gehackt”, weil der Benutzername ‘admin’ und das Passwort ‘guest’ waren…

Mobile Messenger: Vergleich und Empfehlung

Spätestens seit den Snowden Leaks wissen wir, dass die Geheimdienste dieser Welt in der Lage sind, uns digital ziemlich allumfassend auszuspionieren. Wir wissen auch, dass sie dabei nicht immer rechtmäßig handeln, ihre Befugnisse überschreiten und ihre Fähigkeiten missbrauchen. Für alle, die gerne möchten, dass ihre (Sprach-/) Textachrichten, Bilder und Videos wirklich nur die erreichen, die sie auch erreichen sollen und dabei zusätzlich den Gedanken unterstützen, dass Freiheit & Wahrung eigener Rechte wichtig sind, habe ich eine kurze Zusammenfassung über die verbreitetsten mobilen Messenger geschrieben – mit einer klaren Empfehlung.

Die möchte ich auch direkt vorweg nehmen: Signal. Es hat Alternativen wie Threema, Telegram oder Whatsapp voraus, dass es vollkommen quelloffen (open source) ist; das gilt für die App, die Server, die Art der Verschlüsselung…einfach für alles. Das hat den Vorteil, dass jeder den Code lesen kann. Bringt den meisten Menschen vermutlich recht wenig, aber technisch versierte Leute können so überprüfen, was die App eigentlich macht, was übertragen wird usw. . Man weiß, was man bekommt. Niemand kann (lange Zeit) unbemerkt irgendwelche schlimmen Sachen in den Code schreiben. So ist man nicht auf das Wort der Entwickler angewesen, dass sie den Schutz der Privatssphäre sehr ernst nehmen.
Die Verschlüsselung von Signal ist sicher und immer aktiv. Das ist anders als z. B. bei Telegram oder Facebook Messenger, bei denen man sie manuell einschalten muss. Bei ersterem sind Gruppenchats nicht verschlüsselbar. Jeder könnte sie also theoretisch abfangen/speichern/lesen.
Signal ist zudem kostenlos, was die Konkurrenz von Threema nicht von sich behaupten kann. Ein finanzieller Aspekt hält mich auch davon ab, das sonst empfehlenswerte Wire zu bnutzen, denn hinter Wire steckt ein gewinnorientiertes Unternehmen. Signal hingegen wird von dem nicht gewinnorientierten Open Whisper Systems entwickelt. Wire überträg außerdem eine relativ große Menge an “unnötigen” Daten. Bei Signal weiß der Server nur, wann jemand online war, nicht aber, wer wann mit dem kommuniziert.
Zu guter letzt das Totschlagargument schlechthin: Edward Snowden, einer der größten Fachleute auf dem Gebiet der Netzsicherheit, empfiehlt Signal.

Mir ist bewusst, dass “alle” Facebook und Whatsapp benutzen, aber irgendwer muss bei einem Wechsel ja den Anfang machen. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht lästig ist, mehrere Messenger gleichzeitig zu nutzen. Wechselt zu Signal und nehmt so viele Leute mit, wie ihr könnt! Für die Freiheit! 😉

PS: Für eine etwas detailliertere Übersicht empfehle ich diesen englischsprachigen Wikipediaartikel.